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Fractura

Orangerie Theater wehr51

Tanztheater (Solo für eine Frau)

Kurz vor der Premiere im März stoppte das Virus die Produktion, ein Bruch in der Biografie des Theaters und der Künstler. Dabei geht es in FRACTURA gerade um Brüche, Verletzungen und Narben, die sich in einer Künstlerbiografie finden.
FRACTURA ist ein Brückenschlag von Kolumbien/Südamerika nach Deutschland/Europa. Eine Reise durch die seelischen und körperlichen Verletzungen einer emigrierten Tänzerin, die, dem Schmerz zum Trotz, nicht vom Tanz lassen kann! Biographische Brüche, Verletzungen, Narben, der Kampf um die Identität und die Rolle als Frau, Perfektion des Tanzes und immer wieder Aufbäumen. Seelisch wie körperlich...

Wir kennen das alle: erst durchzuckt der Schmerz den Körper, und nach dem Schock, die Angst, dass etwas bleiben wird von dieser Verletzung, etwas was sich nicht mehr wiedergutmachen lässt, was der Körper nicht verzeiht und womit man ab sofort klar kommen muss. Man konsultiert den Arzt, um Gewissheit zu bekommen und Heilung zu beschwören.

Und dann prallen da zwei Welten aufeinander: Die eine sachlich präzise mit klaren Angaben, kühlen Messungen und scharfen Bilder. Die andere bedacht auf die Unversehrtheit der Oberfläche, die Uneingeschränktheit der Beweglichkeit und des Lebens. In FRACTURA werden diese beiden Perspektiven gegenübergestellt: Die Lebensgeschichte von Bibiana Jiménez, eng verwoben mit ihrer Tanzkarriere und Migrationsgeschichte, wird in Röntgenbildern, Live-Zeichnungen der Norwegischen Künstlerin Katarina Caspersen und ehemals getanzten Partien gezeigt. Immer wieder erfolgt der Abgleich mit heute: Verpasste Chancen, große Glücksmomente und Soli, die durch die jahrelange Erfahrung des Körpers an Intensität gewinnen und zu berührenden Momenten führen.

Ein Kampf zwischen den sachlich-faktischen Aufzählungen und dem Wunsch, der Vergänglichkeit mit seinem Verfall und Ge-Zer-brechen zu trotzen, beginnt - als Zuschauer sehen wir beide Seiten. Ein emotionales Ungleichgewicht, in dem der tanzende Körper nur verlieren kann während der Mensch ein beeindruckendes Plädoyer gegen die Selbstaufgabe entwirft.
 

Pressestimme: 

"Eine multimediale Biografie mit Live-Zeichnungen (Katarina Caspersen), Videos (Jens Standke), Musik von Klangwart und sechs Frauen-Stimmen, in deren Zentrum die strahlende Bibiana Jiménez steht: Strahlend im Leiden, eine Heldin, die auf Spitze und mit Krücken tanzt, mit Mullbinden Blessuren verdeckend: „Der Körper wehrt sich. Die Seele wehrt sich.“ Bilder aus den Straßen Bogotás (wo Jiménez herstammt), der erste Schnee in Deutschland, ein Bombardement aus Ballettschuhen. Die klinische Aufzählung von Verletzungen, das Vortanzen, die kalten starren Blicke der Deutschen, die Hütte als Ort des Rückzugs und des Umziehens. Und immer wieder humoristische Momente, Persiflagen auf angestrebte Perfektion. Tanztheater, wie es packender kaum sein kann."
- Susanne Schramm in: Kölnische Rundschau 9.7.2020

 

Premiere: Fr, 03. Juli 2020

So, 29. November18:00 Uhr Erwachsene
, Tanz

Ort

Orangerie Theater
Volksgartenstraße 25
50677 Köln
Details

Besetzung

DarstellerIn/Choreographie:
Bibiana Jiménez

Stab

Regie/Konzept: Andrea Bleikamp
Ausstattung: Claus Stump
Live-Zeichnungen: Katarina Caspersen
Video: Jens Standke
Dramaturgie/Text: Rosi Ulrich
Musik: Klangwart
Co-Choreografie / Musik-Arrangement:Sara Blasco Gutiérrez
Licht / Technik: Jan Wiesbrock / Peter Behle
PR & ÖA: neurohr & andrä GbR
Foto: Claus Stump / Herand Müller Scholtes

Bilder

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