“Vom „unter’m Strich zähl ich“ zum neuen „Wir“. Oder schafft Corona mehr soziale Verbundenheit?”

Volksbühne am Rudolfplatz Jochen Ott

Unsere Gesellschaft weist tiefe Risse auf. Denn der einst hoch gelobte Neoliberalismus entpuppt sich immer mehr als unbarmherzig: Im nationalen und internationalen Wettbewerb blieben und bleiben zu viele Individuen auf der Strecke. Viele dieser Menschen wenden sich nun dem Rechtspopulismus zu, der ihnen scheinbar mehr verspricht als die liberale Erzählung von den Selbstverwirklichungsmöglichkeiten des Individuums. Dort wird ihnen jedoch ein neues, ausschließendes und menschenfeindliches „Wir“ angeboten. Die Corona-Krise hat diese Entwicklungen noch spürbarer und aktueller gemacht. Daher müssen wir jetzt aktiv werden und die Debatte über unsere gesellschaftliche und ökonomische Zukunft wiederbeleben. Daher laden der Landtagsabgeordnete Jochen Ott (SPD) und das Heinz-Kühn-Bildungswerk Köln e.V. am 03.10.2020 herzlich ein. Die Veranstaltung wird moderiert von Jürgen Wiebicke.

Inhalt und Ablauf der Veranstaltung ?

Die demokratische Gesellschaft bietet vielen Menschen keine positive Erzählung eines „Wir-Gefühls“ mehr an: die Individualisierung führte - neben vielen positiven Entwicklungen – dazu, dass sich der Einzelne als Mittelpunkt des Universums sieht.
Dr. Frank Vogelsang, Autor und Akademiedirektor, beleuchtet in seinem Einstiegsvortrag diese Individualisierung und das derzeitige gesellschaftliche Zusammenleben unter dem Aspekt einer neoliberalen Wirtschaftspolitik. Wie und in welcher Form könnte eine soziale Verbundenheit, wie er das „Wir-Gefühl“ in seinem Buch „Soziale Verbundenheit“ nennt, wiederzufinden sein? In dieser individualisierten Gesellschaft propagiert jede*r die alleinige Wahrheit über Themen für sich. Vor allem beim Klimaschutz wird hier in „Gut“ und „Böse“ eingeteilt, wie Kathrin Hartmann, Autorin von „Grüner wird´s nicht“, in ihrem Vortrag berichten wird. Für sie ist Klimaschutz eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, die nicht durch individuelle Entscheidungen beantwortet werden kann. Durchlaufen die Gesellschaft nur kleine Risse, oder ist sie – wie der Psychologe Stephan Grünewald vermutet – durch tiefe Gräben gespalten? In seinem Vortrag beleuchtet er außerdem, inwiefern die Zerrissenheit durch die Corona-Krise verstärkt wurde.

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutieren Kathrin Hartmann und die Präsidentin der IHK Köln, Nicole Grünewald, sowie der Autor von „Die falschen Freunde der einfachen Leute“, Robert Misik und die Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung Esra Küçük (angefragt) über Fragen wie: Welche Schwachstellen des Neoliberalismus werden zurzeit deutlich? Und was muss sich in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und in der Politik ändern, um ein neues „Wir“ aufbauen zu können? Jochen Ott fasst die Vorträge und Diskussion in einem Resümee zusammen.

Im Abschlussstatement gibt der Bundestagsabgeordnete Dr. Rolf Mützenich einen Ausblick: Wird die grenzenlose Individualisierung weiter funktionieren oder ist jetzt Zeit für soziale Verbundenheit und ein neues „Wir-Gefühl“?

Veranstalter: Jochen Ott & Heinz-Kühn-Bildungswerk Köln e.V.

Sa, 03. Oktober11:00 Uhr Erwachsene
, Show

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Ort

Volksbühne am Rudolfplatz
Aachener Str. 5
50764 Köln
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Kostenlos. Anmeldung an kathrin.schroth@landtag.nrw.de