ÖFFNUNG DER THEATER IN NRW AB 30.05.2020 MÖGLICH - VIELE INDIVIDUELLE LÖSUNGEN

Liebes Publikum,

wir verweisen auf die aktuellen Beschlüsse von Bund, Land und Stadt Köln, nach denen die Corona-Schutzmaßnahmen-Lockerung eine Öffnung von Theatern und Opernhäusern ab dem 30. Mai 2020 ermöglicht.

Aktuell stehen große Aufgaben vor den großen und kleinen Häusern sowie den freien Gruppen unserer Theater-Stadt. Zahlreiche Auflagen müssen umgesetzt werden, viele individuelle Entscheidungen sind nötig. Global gültige Infos können wir nicht bieten. Wir bitten Sie, sich individuell zu informieren!

Wir möchten Sie bitten, die Kultur unserer Stadt wieder mit zu beleben: GEHEN SIE INS THEATER! - es ist großartig, was dort spontan, kreativ und künstlerisch geleistet wird!

Kultur lebt in Köln.

Solidarischen Zusammenhalt, Verständnis und Achtsamkeit füreinander halten wir nach wie vor für besonders wichtig!

Vielen Dank!

Die Soldaten

Oper/ \Köln Oper Köln

Eine Oper, deren Uraufführung zu einem epochalen Ereignis wurde: Anlässlich des 100. Geburtstags von Bernd Alois Zimmermann zeigt die Oper Köln »Die Sol­daten«, jenes Werk, dessen Uraufführung in der Domstadt 1965 in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute nachwirkend als das wohl bedeutendste Ereignis in der Nachkriegsgeschichte dieses Hauses gilt. Der Realisierung des über mehrere Jahre hin entstandenen, kompositorisch hochkomplexen und in seiner musiktheatrali­schen Konstruktion bahnbrechenden Meisterwerks hatten im Vorfeld viele Hinder­nisse und Bedenken entgegengestanden – bis hin zur zeitweiligen Ablehnung als »unaufführbar«. Umso schwerer wogen der weithin beachtete Premierenerfolg und die mittlerweile zahlreichen Inszenierungen und Deutungen in aller Welt.

Im Zentrum der Handlung – angesiedelt im französischen Flandern, »gestern, heute und morgen« – steht Marie, die Tochter eines angesehenen Galanteriehändlers in der Regimentsstadt Lille. Ursprünglich dem Tuchhändler Stolzius zugeneigt, gerät sie an den Verführer Desportes, wird von diesem verlassen, lässt sich mit einem Haupt­mann ein, wird wieder verlassen, büßt ihren guten Ruf ein, wird Opfer einer Intrige und schließlich von einem Soldaten vergewaltigt, landet als Hure auf der Straße – am Ende, auf der Gasse bettelnd, wird sie selbst von ihrem eigenen Vater nicht mehr erkannt. Das Schlussbild des Werks ist apokalyptisch: Die Gestalten gefallener Soldaten ziehen in einer endlosen Kette vorüber, man hört Marschtritte, Exerzier­ befehle, Bombenabwürfe. Langsam senkt sich – so die szenische Anweisung – die Atomwolke herab. Die Besonderheit dieses überwältigenden Musiktheaterwerks ergibt sich aus seiner Form und der sie bestimmenden musikdramatischen Konzeption. In dieser offenbart sich Zimmermanns Idee einer »Kugelgestalt der Zeit«, bei der Vergangenheit, Gegen­wart und Zukunft als gleichzeitig stattfindend und untrennbar miteinander verknüpft zu verstehen sind. Nicht nur in der Simultaneität verschiedener szenischer Abläufe schlägt sich dieses gedankliche Konzept nieder, sondern auch in der Allgegenwart der Musikgeschichte, der Einbindung von musikalischen Stilen unterschiedlicher Epochen (Bach-­Choräle, Jazz­-Zitate, Tanz-­Rhythmen) – und in der kunstvollen Ver­mischung von Orchesterklang, Schlagwerkgruppen, elektronisch­-experimentellen Klang-­Zuspielungen sowie Film­ und Originalton-­Einblendungen. Bernd Alois Zimmermann war kein Künstler im Elfenbeinturm, sondern immer auch wacher Zeitzeuge und kritischer Denker: Mit »Die Soldaten« traf er auch eine wesentliche inhaltliche Aussage, abgeleitet aus seiner sehr persönlichen Erfahrung von Weltkrieg und Propaganda, angesichts der ständigen atomaren Bedrohung und vor dem Hintergrund der von gesellschaftlichen Umbrüchen gekennzeichneten 1960-er Jahre. Dabei zeugt sein Werk von einer hellsichtigen, illusionslosen, geradezu schmerzhaft empathischen Wahrnehmung der Zeitläufte.

Fr, 03. Juli19:30 Uhr Jugend
, Erwachsene
, Oper
,

Weitere Termine

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Ort

Oper/ \Köln
Rheinparkweg 1
50679 Köln
Details

Besetzung

WESENER, EIN GALANTERIEHÄNDLER IN LILLE - FRANK VAN HOVE
MARIE, SEINE TOCHTER - EMILY HINDRICHS
CHARLOTTE, SEINE TOCHTER - JUDITH THIELSEN
WESENERS ALTE MUTTER - KISMARA PESSATTI
STOLZIUS, TUCHHÄNDLER IN ARMENTIÈRES - THOMAS OLIEMANS
STOLZIUS' MUTTER - DALIA SCHAECHTER
OBRIST, GRAF VON SPANNHEIM - MIROSLAV STRICEVIC
DESPORTES, EIN EDELMANN - MARTIN KOCH
PIRZEL, EIN HAUPTMANN - JOHN HEUZENROEDER
EISENHARDT, EIN FELDPREDIGER - OLIVER ZWARG
HAUDY - INSIK CHOI
MARY - WOLFGANG STEFAN SCHWAIGER
DREI JUNGE OFFIZIERE - YOUNG WOO KIM, ANTON KUZENOK, DINO LÜTHY
DIE GRÄFIN DE LA ROCHE - SHARON KEMPTON
DER JUNGE GRAF, IHR SOHN - ALEXANDER KAIMBACHER
ANDALUSIERIN - KATERINA GIANNAKOPOULOU
DREI FÄHNRICHE - ALEXEIDER ABAD GONZALEZ, ADRIÁN CASTELLÓ, CHARLES DE MOURA
MADAME ROUX, INHABERIN DES KAFFEEHAUSES - SILKE NATHO
DER BEDIENTE DER GRÄFIN DE LA ROCHE - ALEXANDER FEDIN
DER JUNGE FÄHNRICH - JÁN RUSKO
DER BETRUNKENE OFFIZIER - STEFAN HADŽI?
DREI HAUPTLEUTE - HEIKO KÖPKE, CARSTEN MAINZ, ANTHONY SANDLE
OFFIZIERE UND FÄHNRICHE - MITGLIEDER DES HERREN- & EXTRACHORES DER OPER KÖLN UND GÄSTE
ORCHESTER - GÜRZENICH-ORCHESTER KÖLN

Stab

MUSIKALISCHE LEITUNG - FRANÇOIS-XAVIER ROTH
INSZENIERUNG - CARLUS PADRISSA (LA FURA DELS BAUS)
BÜHNE - ROLAND OLBETER
KOSTÜME - CHU UROZ
LICHT - ANDREAS GRÜTER
CHOREOGRAFIE - MIREIA ROMERO MIRALLES
VIDEO - ALBERTO DE GOBBI, MARC MOLINOS
KLANGREGIE - PAUL JEUKENDRUP
DRAMATURGIE - GEORG KEHREN

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