Schauspiel Köln

Mülheim

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in der Stadt von König Ödipus ist etwas faul: Es riecht nach Urin, der Verkehr verstopft die Straßen, vor dem Tempel werden an öffentlichen Festen Frauenvergewaltigt, die Verwaltung scheint vielen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein, Baustellen stehen still, der Haushalt ist kurz vor dem Notstand, an erschwinglichem Wohnraum herrscht Mangel und der öffentliche Nahverkehr läuft, optimistisch ausge-drückt, auch nicht ganz so rund. Kurzum, in Theben wütet die Pest.

Was macht Ödipus? Jedenfalls lanciert er keine Image-kampagne, um auch mal die positiven Seiten hervorzu-heben, sondern er fängt an, Fragen zu stellen – so lange bis er den Grund für das Elend gefunden hat. Gnadenlos führen ihn seine Recherchen zu sich selbst und als sich he-rausstellt, dass er seinen Vater ermordet und seine Mutter geschwängert hat, sticht er sich, weil er so blind gewesen ist, die Augen aus, und nimmt jetzt, wo er paradoxerweise klar sieht, sein Schicksal an. Er bekennt sich radikal zu sei-nem SCHEITERN – unabhängig davon, ob er bewusst oder unbewusst schuldig geworden ist – und macht so den Weg frei für VERÄNDERUNG!

Damals, im alten Griechenland, reichte das Selbstopfer eines Königs, um ein kränkelndes System zu reinigen – heu-te sieht die Sache etwas komplizierter aus: In der Demo-kratie ist die VERANTWORTUNG nicht mehr irgendwo weit weg, also oben beim König und den Göttern, sondern sie liegt, oh Schreck, beängstigend nahe bei uns selbst.

Die antike Tragödie »König Ödipus« steht am Beginn des abendländischen Theaters und macht auf radikale Weise klar, was für alle Zeiten sein wiederkehrendes Thema sein wird: Menschen in der Krise, die scheitern.

Damit formuliert es seit über zweieinhalbtausend Jahren den Gegenentwurf zu dem, was wir – in unseren ökonomis-tischen Zeiten mehr denn je – als unseren Auftrag begrei-fen: Setze dich durch! Sei immer produktiv! Optimiere dich selbst! Habe Erfolg! Gewinne!

Die Tragödie zeigt Menschen, denen all dies NICHT gelingt und löst offensichtlich durch den SCHOCK über ihr Scheitern kathartische, also reinigende Wirkung aus. In der Komödie hingegen – und das ist der eigentliche Unterschied – löst das Scheitern GELÄCHTER aus, was mindestens ebenso reinigend ist.

Gleichermaßen wie der Gegenstand des Theaters das Scheitern ist, sollte man meinen, ist das Theater selbst be-rechtigt zu scheitern. Oder anders gesagt: Gutes Theater ist der Möglichkeit des Scheiterns immer gewahr, fürchtet sie aber nicht. Nur so kann es mutig neue Wege beschreiten.

Dass das (subventionierte) Theater seine Geschichten von Scheiternden, seine mitunter unbequemen und anti-ökonomistischen Akzente also, oft mit Durchsetzungskraft, Ehrgeiz und enormer SELBSTAUSBEUTUNG erreicht, gehört wohl zur ewigen DIALEKTIK dieser flüchtigen Kunstform. Und ironischerweise verirrt man sich als Theatermacher sogar manchmal zu dem etwas arroganten (und auch kapitalistisch grundierten) Gedanken, dass, wenn in ande-ren Bereichen so enthusiastisch, wagemutig, professionell und kollegial gearbeitet würde wie am Theater, viel Stau, Stagnation und Frust vermieden werden könnte.

Ja, das Theater als Ort des Scheiterns hat – so wäre es einmal evolutionstheoretisch zu erforschen – ziemlich gute Techniken der Krisenüberwindung entwickelt.

In Köln ist das Theater fürs Erste an seinem Wiedereinzug in das eigentliche Domizil am OFFENBACHPLATZ gescheitert. Das nervt gewaltig. Nicht nur die, die davon am unmittel-barsten betroffen sind, nämlich die vielen Mitarbeiter aller Gewerke, denen die Zeit in provisorischen Spielstätten oft sauer wird, sondern auch die Zuschauer. Vor allem aber nervt es den ganz normalen Steuerzahler, der nun das Ge-fühl hat, er muss noch unendlich mehr für etwas bezahlen, das ihn möglicherweise gar nicht interessiert. Daran lässt sich erst mal nichts beschönigen. Es nervt einfach.

Und doch zeigt sich auch da das Theater als Krisenkünst-ler, das selbst dem größten Scheitern so etwas wie Erfolg abgewinnt. Das Depot im Carlswerk ist jedenfalls jetzt erst so richtig warm gespielt. Das Konzept, Stadttheater nicht nur als Theater FÜR, sondern auch als Theater MIT der Stadt zu denken, was nichts anderes heißt, als mit der Stadt in einen Dialog und damit auch in eine AUSEINANDERSETZUNG zu treten, ist voll aufgegangen! Indem wir »die Stadt von der anderen Seite sehen« gibt es viele, deren Blick auf die Stadt sich durch diese neue Perspektive verändert hat. In unserer Produktionshalle führt die Straße buchstäblich direkt ins Theater hinein und auch wieder aus ihm heraus. Da ist in beide Richtungen für neue Begegnungen eigentlich kaum eine Schwelle mehr zu überwinden. Unser Garten ist eine urbane Message, ein AUFRUF, das Leben bunter, sinnlicher und nachhaltiger zu denken, eine kommunikative Plattform, ein Symbol für Bürgerbeteiligung.

Das Schauspiel und mit ihm seine Themen haben sich durch seinen Standort verändert, und ebenso hat sich der Standort durch das Schauspiel verändert. In Mülheim sind die Menschen, also die Steuerzahler, stolz auf ihr Theater – selbst die, die es vielleicht nicht so regelmäßig besuchen. Wo, wenn nicht hier, kommt das Schauspiel in den Dialog mit den Bürgern, in dem es unablässig die beiden Fragen wiederholt: Wie leben wir? Und wie wollen wir leben?

Scheitern ist nicht schön, aber manchmal produktiv. Das Schauspiel Köln jedenfalls ist durch die Krise zu einem eindeutigen Schluss gekommen: Sein Schicksal annehmen heißt, nicht in Fatalismus zu versinken, sondern im Gegen-teil, die Möglichkeit des Scheiterns kühl im Blick die WELT als veränderbar zu begreifen.

Ihr Stefan Bachmann

Intendant Schauspiel Köln

Spielort & Kontakt

Straße:Schanzenstraße 6-20
Ort:51063 Köln
Telefon:0221 221 28400
Fax:0221 221 28249
tickets@buehnen.koeln
Website:www.schauspiel.koeln

Öffnungszeiten

Bühnen der Stadt Köln Kartenservice
Mo.-Fr.: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa.: 11:00 - 18:00 Uhr

Sie finden die Theaterkasse der Bühnen der Stadt Köln in den Opern Passagen am Offenbachplatz (neben dem 4711-Gebäude).

Abendkasse:
Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass an der Abendkasse ausschließlich Karten für die jeweilige Abendveranstaltung abgeholt oder gekauft werden können. Der Vorverkauf oder die Abholung von Karten für andere Termine sowie Umtauschmöglichkeiten und gesonderte Abonnentenbetreuung können hier leider nicht angeboten werden. Das Abonnementbüro erreichen Sie telefonisch unter 0221 221 28240 oder per Mail unter susanne.mueller@buehnen.koeln

Tickets & Preise

Je nach Vorstellung/Veranstaltung gilt im Depot 1 eine unserer 3 Preisgruppen, in denen Sie aus jeweils 5 Platzgruppen wählen können:

Preisgruppe 1
27 Euro 21 Euro 16 Euro 12 Euro 10 Euro

Preisgruppe 2
32 Euro 25 Euro 21 Euro 15 Euro 12 Euro

Preisgruppe 3/Premieren
39 Euro 34 Euro 27 Euro 21 Euro 15 Euro

Preisgruppe 1 gilt i.d.R. wochentags und sonntags.
Preisgruppe 2 gilt i.d.R. freitags und samstags.
Preisgruppe 3 gilt i.d.R. für besondere Veranstaltungen und Premieren

Sonderpreise für Gastspiele/Sonderveranstaltungen entnehmen Sie dem jeweiligen Monatsspielplan.

Im Depot 2 gilt ein Einheitspreis auf allen Plätzen
Normalpreis: 12 Euro
Premierenpreis: 22 Euro

Als Schüler, Student, Auszubildender, FSJler oder BFDler (bis 35 Jahre) zahlen Sie nur 7 Euro auf allen Plätzen, egal ob Depot 1 oder Depot 2 - ausgenommen sind Gastspiele und Sonderveranstaltungen.

Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), Schwerbehinderte mit einem Behindertengrad von 100 % oder mit einem B im Behindertenausweis sowie Köln-Pass-Inhaber erhalten auf Nachweis 50 % Ermäßigung des Kartenpreises. Berechtigte Begleitpersonen erhalten eine kostenlose Eintrittskarte. Gruppen ab zehn Personen erhalten 10 % Ermäßigung. Gruppen ab 20 Personen erhalten 20 % Ermäßigung.

Eintrittskarten = KVB-Fahrausweis
Eintrittskarten gelten im erweiterten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) als Fahrausweis zum Veranstaltungsort und von diesem zurück. Die Hinfahrt darf frühestens vier Stunden vor dem aufgedruckten Veranstaltungsbeginn angetreten werden. Die Rückfahrt muss am Veranstaltungstag bis Betriebsschluss abgeschlossen sein.



https://www.koelnticket.de/schauspiel-koeln/

Barrierefreiheit

Ermäßigung der Eintrittspreise
Schwerbehinderte mit einem Behindertengrad von 100?% oder mit einem B im Behindertenausweis sowie Köln-Pass-Inhaber erhalten auf Nachweis 50% Ermäßigung des Kartenpreises. Berechtigte Begleitpersonen erhalten eine kostenlose Eintrittskarte.

Rollstuhlfahrer
Depot 1 und 2
Der Eingangsbereich des DEPOT 1 und 2 ist für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer zugänglich. Der Zugang zum DEPOT 1 und 2 ist ebenerdig.

Behindertenparkplätze vor den Spielstätten
Depot 1 und 2
Unsere Besucherparkplätze finden Sie problemlos direkt hinter der Spielstätte.

Rollstuhlplätze
Depot 1 und 2
Es stehen 6 Rollstuhlplätze im Depot 1 und 2 Rollstuhlplätze im Depot 2 zur Verfügung.

Toiletten
Depot 1 und 2
Es gibt Toiletten mit barrierefreiem Zugang.

Menschen mit Hörbehinderung
Funkanlage im Depot 1
Das Depot 1 ist mit einer mobilen Höranlage ausgestattet. Menschen mit Hörbehinderung können für die Dauer der Vorstellung beim Einlasspersonal ein mobiles Empfangsgerät erhalten.

Ausstattung & Gastronomie

Gastronomie im Depot
Offenbach am CARLsGARTEN - Das Restaurant des Schauspiel Köln im Depot

Ab der Spielzeit 2016/17 werden sich die renommierten Kölner Caterer Gaby und Achim Mantscheff gemeinsam mit Britta Barthelmeß um die kulinarischen Belange im Schauspiel Köln kümmern. Der neue Caterer übernimmt den bisherigen WERKSHASEN sowie die gesamte Pausen- und Foyergastronomie im Schauspiel Köln im Depot.

Die neuen Gastronomen sind in Köln unter anderem bekannt und geliebt für das Restaurant im Museum Ludwig, das Cafe Lichtenberg, das Feynsinn, das Cafe im Bauturm und das Stanton, das Central, die Pausenbewirtung im Staatenhaus der Oper sowie den Catering-Service La Büff. Außerdem betreiben die Mantscheffs ihre eigene, ökologische Kaffeerösterei auf der Aachener Straße. Im Frühjahr gewannen die Gastronomen die Ausschreibung für das komplette Catering der Bühnen Köln nach der Rückkehr zum Offenbachplatz.

"So regional wie möglich, so bio wie sinnvoll und so selbstgemacht wie bei Muttern." Unter diesem Credo werden die Zuschauer, sowie die Mitarbeiter und Gäste des Offenbach am CARLsGARTEN ab sofort auf dem Carlswerkgelände kulinarisch verwöhnt.

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag von 9 bis 24 Uhr
Sonntag von 18 bis 24 Uhr
und bei besonderen Anlässen

Reservierungen
Telefonisch unter 0221 221 28309
oder per E-Mail an info@offenbach-am-carlsgarten.de

Anfahrt & Parken

Öffentlicher Nahverkehr
Anfahrt mit Straßenbahn und U-Bahn: Vom Neumarkt fahren Sie, ohne umzusteigen, mit der Linie 4 bequem bis zur Haltestelle Keupstraße. Mit den Linien 13 und 18 fahren Sie bis Wiener Platz, dann weiter mit der Linie 4 bis Keupstraße.

Anfahrt mit dem Bus
Ab Bahnhof Köln-Mülheim können Sie mit den Bussen 152, 153 oder 190 bis zur Keupstraße fahren.

ANFAHRT MIT DER S-BAHN
Mit den Linien S 6 oder S 11 fahren Sie bis zur Station Bahnhof Köln-Mülheim und dann weiter mit dem Bus 152, 153 oder 190 bis Keupstraße.

ANFAHRT MIT DEM FAHRRAD
Zum Depot in Köln-Mülheim ab Köln-Zentrum kommen Sie, indem Sie entlang dem Konrad-Adenauer-?/?Niederländer Ufer den Rhein hinunter bis zur Mülheimer Brücke fahren, diese überqueren, am Wiener Platz links abbiegen, entlang dem Clevischen Ring bis zur Haltestelle Keupstraße fahren, dort rechts abbiegen in die Keupstraße und von dieser nach wenigen Metern links in die Schanzenstraße, wo Sie nach ca. 100?m zur Pforte des Carlswerks gelangen. Wenn Sie auf dem Gelände ein kurzes Stück geradeaus weiterfahren, erwartet Sie linker Hand das Depot.

Anfahrt mit dem Auto
Adresseingabe für Navigationsgeräte:
Schanzenstraße 6?-?20 | 51063 Köln

Unsere Besucherparkplätze finden Sie problemlos direkt hinter der Halle. Bei Anfahrt mit dem PKW bitte Staumeldungen beachten.

http://www.schauspiel.koeln/download/5678/anfahrt_depotgrotte.pdf

Stadtplan

Routenplaner


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