PEER GYNT von Henrik Ibsen

Theater am Sachsenring TAS - Ensemble

Wer ist Peer Gynt? Ein junger Mann, der nicht weiß wohin mit seiner Kraft, seinem Übermut… Nur seine Mutter liebt ihn unerschrocken und - ohne Einschränkung. 
Die Trolle mit den komischen Hüten, wir kennen sie. Sie machen sich Sorgen um ihren Bestand. "Mit uns geht's die letzten Jahre zurück, wir haben den Halt, sozusagen, verloren" - da kommt Peer gerade Recht. Er bekommt noch einen Sonntagsschwanz und das Motto: "Troll, sei dir selbst genug"! So lässt sich's leben. Oder?
Die Welt ist aus den Fugen. Für Peer bleiben Schalen ohne Kern, sein Leben entblättert sich Schicht um Schicht, wie die Schalen einer Zwiebel. Solveig, die Frau, die auf ihn wartet, tröstet ihn: „Schlaf, schlaf und träume." Der Rest ist Schweigen. Peer Gynt - wütend, melancholisch, ein Spieler, der Hamlet des Nordens. Peer Gynt, der "Ich-Verwirklicher" zieht aus, um seine hoch fliegenden Träume in Macht und Reichtum zu verwandeln. Er kehrt zurück und endet in den Armen der Frau, die ihn liebt.

"Ja, und Lügen kann man drehen,
Wenden und mit Putz benähen,
Bis von ihrem magren Bauch
Nichts vor Flicken mehr zu sehen."

Pressestimmen:

Theaterkritiker Andreas Kohl schreibt:
"... Joe Knipp hat nun diesen in Gänze kaum spielbaren Text klug zusammengestrichen, die überbordenden Szenen auf ihren Kern reduziert, damit aber ganz viele, feine Theatermittel eingesetzt, die die Geschichte klar und direkt zupackend erzählen...Peer ist einer, der immer schon weg ist, bevor er eigentlich ganz da war, von zu Hause zu den Trollen, von den Trollen zu Solveig, von Solveig in den Wald, vom Wald zurück zur Mutter, die er sterbend in den Armen hält... Und all diese Frauen verbindet die Schauspielerin der Aase und Solveig...
Ja, so geliebt, zieht Peer in die Welt, wird reich, verarmt, wird bestohlen. Ein Kabinettstückchen, der bei Ibsen für die Szene geplante Untergang von Peers Schiff... - wird mit Echokommentaren aus dem Fond des Zuschauerraums unterlegt, die fast in Comicmanier beschreiben, was geschieht. Das ist ganz großes Theater in der Vielfalt der kargen Mittel... Die Bühne ist ein schwarzer Guckkasten, dessen Frontalität durch Auftritte aus der vor der Bühne liegenden Fluchttür und durch den Zuschauerraum hindurch durchbrochen wird, so dass das ganze Theater immer wieder als Theater deutlich wird und so immer klar gemacht wird, dass die da oben und vor der Bühne auch von der Lust am Theatermachen erzählen, davon, fast wie Kinder in Rollen zu schlüpfen, Geschichten zu erzählen, Späße zu machen und urplötzlich so ernst zu werden, dass es einen ins Mark trifft, ins Mark des Lebens. Überhaupt ist das die große Kunst von Joe Knipp... der einfach jede Geschichte schlicht und mit direkten Mitteln erzählt und so ständig die Tempi wechselt....In den ständigen Rollenwechseln der beiden Darstellerinnen und im Spiel von Peer geht keine Symbolebene verloren, keine Bedeutungsebene wird platt eingeschränkt, es tun sich vielmehr immer wieder ganz offene, neue Assoziationen auf und die starken Striche bedankt man als Zuschauer am Ende - mit einer Pause - auch mit geistiger Frische...Ich erinnere mich noch gut, dass ich nach Karin Baiers 'Peer Gynt'-Inszenierung 2009 ziemlich erschöpft war. Im Theater am Sachsenring war ich es nicht, sah ich dem weißgesichtigen Teufel/Tod/Knopfgießer - dem roten Faden des zweiten Teils - zu, der die singende Solveig dabei beobachtete, wie sie ihren Peer in den Schlaf sang, in den Tod?, ihn tröstete, diesmal in einer rollengerechten Pieta, Peer in Solveigs Schoß, vielleicht in die ewige Sehnsucht, besungen mit dem Sandmannlied des DDR-Fernsehens, ein Anklang an Kindertage..."


Der Kölner Stadt-Anzeiger:
"Überhaupt zeichnen Verknappung, Schnelligkeit und Humor Joe Knipps Inszenierung aus."

Die Kölnische Rundschau:
"Peer Gynt fängt - unsichtbare - Fliegen. Sind es die Flausen in seinem Kopf, der die fantastischsten Lügengeschichten gebiert? ... (die) Inszenierung steigt nicht in die erdenschweren Tiefen nordischer Mythologie hinab...Dieser Peer Gynt ist eher ein geistiger Bruder des Simplicissimus und des historischen Till Eulenspiegel, ein Mann auf dem schmalen Grat zwischen Schein und Sein - und damit als Person zerfließend....Joe Knipp... fächert einen fantastischen Bilderbogen mit rasant wechselnden Szenen auf... zwei Stunden pralles, sinnliches Theater..."

 

 

 

Sa, 15. September20:00 Uhr Erwachsene
, Schauspiel

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Ort

Theater am Sachsenring
Sachsenring 3
50677 Köln
Details

Besetzung

Richard Hucke, Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen

Stab

Theaterfassung und Inszenierung: Joe Knipp
Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

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