HEROES - ein theatrales Requiem

Orangerie - Theater im Volksgarten wehrtheater

Amy Winehouse sitzt zufrieden seit sechs Jahren mit Alkohol und Drogen in einer Art Vorhölle fest. Es klopft. Zuerst erscheint Lemmy Kilmister. Dann David Bowie. Und zu guter Letzt Prince. Die Panik bei Amy ist groß und der Kampf um die Vorräte beginnt. Ein theatrales Requiem mit Komik und leisen Tönen, lauter Musik und immer wieder verblüffenden Einsichten, wenn harte Liedtexte zart als Gedichte ohne musikalische Begleitung ins Mikrofon gehaucht werden. Teils live gesungen und performt, teils Playback vorgetragen oder im Karaoke mit dem Publikum vereint, wird den großen Fragen des Lebens auf den Grund gegangen. „Als ich jung war, war ich der netteste Kerl den ich kannte. / Ich dachte ich wäre der Auserwählte. / Aber die Zeit verging und ich fand das ein oder andere heraus. / Mein Glanz ließ nach, während die Zeit weiterlief.“ (I ain`t no nice guy, Lemmy Kilmister) „Sei nicht wütend auf mich, weil du auf die dreißig zugehst / Und deine alten Tricks nicht mehr funktionieren / Du hättest von Anfang an wissen müssen, dass du nur immer verlassen wirst / Also entstaube deine „Fick mich“-Schuhe.“ (Fuck me pumps, Amy Winehouse) Als das Jahr 2015 mit dem Tod Lemmy Kilmisters endete, konnte noch niemand ahnen, dass dies der Beginn einer Reihe von Abschieden sein würde: dreizehn Tage verstarb David Bowie und dreizehn Wochen danach Prince. Drei Musiker, die unsere Popgeschichte maßgeblich beeinflusst haben und sich immer wieder neu erfanden. Viele Menschen wurden von dieser Musik Jahrzehnte durch die verschiedenen Lebensabschnitte begleitet und die Künstler prägten durch ihr Aussehen und ihre Lieder Musikgeschmack, Kleidung und Lebensstil. Ein jeder verbindet mit der Musik andere Erinnerungen und Erlebnisse, teils aus frühester Jugend, teils gereift im Alter, aber nie ohne Emotionen und Sentiment.In einer Zeit, als die Gender Frage noch nicht diskutiert, sondern gelebt wurde und das Experimentieren mit Stilen zum Alltag gehörte, konnten sich Stars erfinden, die auch fast fünfzig Jahre später und nach ihrem Tod die Menschen berühren und beeinflußen. Die Kombination aus Helden der Popkultur und den Mitteln des postdramatischen Theaters als Teil dieser Kultur ergeben einen besonderen Abend. Dieser verbindet  Musikgeschichte mit Theater und läßt die Protagonisten als shakespearsche Charakterdarsteller auftreten. Die Welt als Bühne und das Theater als Ort, an dem Leben seziert und beleuchtet wird um uns einen Moment der Intimität zu bescheren. Rausch, Ruhm, Einsamkeit, Heldentum, Alter, Größenwahn, Identitätsfindung sind die großen Themen, die in der Musik /Leben verhandelt werden und genau dort will die Inszenierung ansetzen: anhand der persönlichen Verbindung zu den Liedern werden diese Themen aufgegriffen und zwischen den Bühnenfiguren kommuniziert. Dies geschieht über Musik, autobiographische Einschübe der Musiker und den von der mehrfach ausgezeichneten Autorin Charlotte Luise Fechner geschriebenen Text. Dabei lassen wir die drei an einem Ort aufeinander treffen, einer Vorhölle, ein Hades in der die drei Superstars dazu verdammt sind vor kleinem Publikum auf einer kleinen Bühne zu spielen, die sie sich auch noch teilen müssen: Die Orangerie in Köln. Ein ewiges Schmoren mit den alten Liedern bis den Abend niemand mehr sehen möchte und die letzte Vorstellung gespielt ist.Komplettiert werden die Männer durch Amy Winehouse, die dort schon seit fünf Jahren festsitzt, weil sie betrunken die Show verweigert.Gegenseitig klagen sie sich ihr Leid, übertrumpfen sich und lassen das Künstlerego sprießen.Eine knallbunte, philosophische Revue mit Komik und leisen Tönen, lauter Musik und immer wieder verblüffenden Einsichten, wenn harte Lied Texte zart als Gedichte ohne musikalische Begleitung ins Mikrofon gehaucht werden.Live gesungen und performt, teils Playback vorgetragen oder im Karaoke mit dem Publikum vereint, wird den großen Fragen des Lebens auf den Grund gegangen und der Kontakt mit dem Publikum über Türöffner wie z.B. „Heroes“, “Purple Rain“ oder „Eat the rich“ gesucht. Eine Produktion des wehrtheater/andrea bleikampKoproduziert durch theater-51grad. 



Pressestimmen:

„Regisseurin Andrea Bleikamp, von der auch das Konzept stammt, hat ein Gesamtkunstwerk entwickelt: Sie lässt die vier so verschiedenen Ausnahmekünstler anhand von Originalzitaten (Text: Charlotte Luise Fechner) für eine letzte Revue auftreten…. Die vier Darsteller leben ihre Rollen, sie nutzen den gesamten Raum, springen von vorne nach hinten, tanzen mit dem Publikum und verteilen Schnaps!"(report-k, Fabian Schäfer)


„Zwischen überraschend leisen Tönen und partytauglicher lauter Musik rangeln die vier Heroen um das Rampenlicht und buhlen um die Gunst des Publikums. Dabei werden noch einmal die großen Songs performt, wobei sich in die bekannten Posen der Stars auch eine gehörige Portion Selbstironie mischt. Das Publikum darf derweil mit einstimmen – und zum Scharfrichter der Show werden. So liegt es nicht zuletzt in der Hand der Zuschauer, ob gegen Ende des Abends die Stimmung in Richtung Requiem tendiert – oder die vier Akteure den Raum in eine Partyhölle verwandeln.
(KStA, Norbert Raffelsiefen)


„Ohrstöpsel oder Schaps? Andrea Bleikamps vergnügte Hommage...
Raum zum Heulen bietet „Heroes – ein theatrales Requiem“ aber nicht- es wird im Gegenteil viel gelacht.“… Es folgt ein schräger Einfall dem nächsten... Die liebevolle Revue erntet - getragen von einem klasse Ensemble, zurecht ausgiebigen Beifall.
(Kölnische Rundschau, Bernhard Krebs)

Sa, 15. September20:00 Uhr Erwachsene
, Schauspiel

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Ort

Orangerie - Theater im Volksgarten
Volksgartenstraße 25
50677 Köln
Details

Besetzung

Bibiana Jimenez, Fabian Ringel, Torsten-Peter Schnick, Tomasso Tessitori

Stab

Regie/Konzept: Andrea Bleikamp
Dramaturgie: Rosi Ulrich
Ausstattung: Claus Stump
Video: Jens Standke
Licht: Peter Behle
Text: Charlotte Luise Fechner
PÖ/Management: mechtild tellmann kulturmanagement

Bilder

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