WIEDERANEIGNUNG UND WIEDERGUTMACHUNG

studiobühneköln Kader Attia

In seinem Vortrag gibt Kader Attia, Künstler und Akademiemitglied, Einblick in seine fortlaufende Arbeit mit Objekten, die von Traumata und traumatischen Akten der Wiederaneignung gezeichnet sind: silberner Brautschmuck, der von Partisanen im algerischen Unabhängigkeitskrieg eingeschmolzen wurde, um Kalaschnikows zu bezahlen, seltsame Artefakte aus Maschinenteilen und Patronenhülsen, die von gelangweilten Soldaten in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs zusammengeschweißt wurden, oder nordafrikanische Popmusik aus den 60er Jahren, die Blues- und R’n’B-Elemente übernommen hat, um sie zu etwas ganz Eigenem weiterzuentwickeln. Attia spürt der Genealogie der Wiederaneignung nach – von der ersten Erwähnung des Begriffs beim anarchistischen Philosophen Pierre-Joseph Proudhon über Oswald de Andrade, den brasilianischen Theoretiker der Anthropophagie, bis hin zum antikolonialen Denken Frantz Fanons. Ausgehend davon analysiert er die weitere Entwicklung des Phänomens der Wiederaneignung bis in die Gegenwart hinein, in der Männer und Frauen instinktiv versuchen, die Freiheit zurückzuerobern, die ihnen genommen wurde. Dabei wirft er die Frage auf, ob es nicht gerade die Fähigkeit zur Nachahmung ist, die das Überleben der Menschheit ermöglicht. Auf den Vortrag folgt ein Gespräch zwischen Kader Attia und EKATERINA DEGOT.

Sa, 14. Oktober18:00 Uhr Erwachsene
, Lesung

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Ort

studiobühneköln
Universitätsstraße 16a
50937 Köln
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