KÜNSTLERISCHE FREIHEIT UND KULTURELLE AUTHENTIZITÄT

studiobühneköln Hari Kunzru

Ungefragt auf das Gebiet des Anderen vorzudringen, ist eine Grundlage schriftstellerischer Arbeit, so die These des Autors Hari Kunzru. Der Appell, sich nicht zu „kultureller Aneignung“ hinreißen zu lassen, gleiche einem Ruf nach Zensur oder bestenfalls einer Aufforderung zur Selbstzensur, zur Einschränkung der künstlerischen Freiheit. Sich in andere subjektive Welten und Erfahrungen hineinzuversetzen, so Kunzru, ist für Romanautoren eine ethische Notwendigkeit und dabei zugleich eine Herausforderung mit allen erdenklichen Fallstricken und Stolpersteinen. Kunzrus jüngster Roman White Tears (2017) verhandelt all diese Themen. Zugleich Geistergeschichte und unheimlicher Kriminalroman, bietet das Buch eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Thema „Rasse“ und ist eine Liebeserklärung an die genialen, aber in Vergessenheit geratenen Musiker des Mississippi-Delta-Blues – einer in der Sklaverei wurzelnden und von der Musikindustrie vereinnahmten Stilrichtung. Kunzrus Roman ist eine Parabel, in der die Geschichte selbst an dieser Enteignung Rache zu nehmen scheint. Akademiemitglied DAVID RIFF diskutiert mit Hari Kunzru über das Verhältnis von künstlerischer Freiheit und kultureller Authentizität in einer Zeit, in der Andersdenkende jeder Couleur mit der schlichten Forderung nach kultureller Authentizität zum Schweigen gebracht werden.

Sa, 14. Oktober19:30 Uhr Erwachsene
, Lesung

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Ort

studiobühneköln
Universitätsstraße 16a
50937 Köln
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