TRUDE HERR, oder: Es ist besser, in der Sahara zu verdursten, als in Köln-Lindenthal zu sitzen und auf die Rente zu warten

Theater im Bauturm Theater im Bauturm

Bewundert viel und viel gescholten: Auf kaum eine Person der jüngeren Kölner Stadtgeschichte trifft Goethes berühmtes Wort wohl so zu wie auf Trude Herr.
Zunächst als kritische Büttenrednerin im Nachkriegskarneval gefeiert, kam sie schon bald nur noch schwer vom Stereotyp der korpulenten Ulknudel los. Da sie nirgends ein Theater fand, das ihrer Vision angemessen war, baute sie sich selbst eines: Im Theater im Vringsveedel war sie von 1977 bis 1986 als Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Kostümbildnerin, Requisiteurin und Managerin tätig, um auf diese Weise das Volkstheater neu zu erfinden – doch für viele Kölner war diese Erfindung zu drastisch und zu ordinär. Trude Herrs Verhältnis zu ihrer Heimatstadt blieb stets ambivalent: Immer wieder drehte sie Köln den Rücken, um ambitionierte Filmprojekte in der Sahara zu realisieren oder auf die Fidschi-Inseln auszuwandern, gleichzeitig jedoch sang sie mit Niemals geht man so ganz und Die Stadt Hymnen der kritischen Liebe zu Köln. Heute ist es an der Zeit, Trude Herr als Performerin neu zu entdecken, deren radikale Zurschaustellung von femininer Selbstbestimmtheit dafür sorgt, dass Vringsveedel und Sahara gleichermaßen Ort existentieller Erfahrung sein können: „Im Zentrum ihrer Stücke steht immer eine dicke Frau. Sie spielt immer ums Überleben.“
(Jürgen Flimm)

Premiere: Sa, 30. September 2017

So, 01. Oktober18:00 Uhr Erwachsene
, Schauspiel

Weitere Termine

Sa | 09. Dez 2017 | 20:00
So | 10. Dez 2017 | 18:00
Mo | 11. Dez 2017 | 20:00
Di | 12. Dez 2017 | 20:00
Do | 28. Dez 2017 | 20:00
Fr | 29. Dez 2017 | 20:00

Ort

Theater im Bauturm
Aachener Straße 24-26
50674 Köln
Details

Stab

Inszenierung: Sebastian Kreyer
Kostüm: Maria Roers
Bühnenbild: Thomas Dreissigacker
Musik: Valerij Lisac
Video: Valerij Lisac
Regieassistenz: Hannah Greve

Besetzung

Matthias Buss
Sebastian Kreyer

Bilder

Weitere Angaben

Stückentwicklung von Sebastian Kreyer und Ensemble

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