Prinzessinnendramen von Elfriede Jelinek

Theater der Keller Theater TKO Köln

"Prinzessinnendramen – Der Tod und das Mädchen I - V" von Elfriede Jelinek

Prinzessinnen, in ihrer mädchen- und kindhaften Zwischennatur, sind tatsächlich Untote, die die Öffentlichkeit und deren Bild eines plakativen und modischen Surrogats des Weiblichseins bekämpfen. Als Vertreterinnen der multimedialen Inszenierung von Weiblichkeit und als Emblemata der makellosen künstlichen Körperschönheit, erleben Prinzessinnen den Tod als Befreiungs- und Emanzipationszustand, in dem die Maske ihres falschen Seins ausgezogen wird, damit sie ihre wahre Identität als aktive Frauen wieder gewinnen können.

Einerseits geht es um moderne Prinzessinnen unserer Gesellschaft wie Lady Diana Spencer oder Jackie Kennedy Onassis, und andererseits geht es um mythische Prinzessinnen aus dem Panorama der Volksmärchentradition wie Schneewittchen, Dornröschen und Rosamunde. In beiden Fällen arbeiten wir mit dem Instrumentarium der Dekonstruktion, um diesen realen bzw. irrealen Gestalten eine post-moderne Dimension zu geben.

Sie werden zu emanzipierten Frauen, wenn sie ihre Stimme gegen die männliche Reduzierung des Frauseins heben und den eigenen Tod als Befreiungsmittel anrufen. Sie wollen kein leeres Werbeplakat mehr sein, sondern sprechende Wesen, die mit dem Anderen, dem Mann, ein gleichwertiges Gespräch führen, ohne aber ihre damalige, dem Mann untergeordnete Lage zu vergessen oder zu verleugnen.

Prinzessinnen sind Schlafwandler-Figuren, die zwischen Schlaf und Wache leben, und die sich an ihre Vergangenheit als mythische Archetype in dem männlichen Imaginationspanorama noch erinnern wollen, denn es ist dieser latenten immanenten Erinnerung zu verdanken, dass sie ihre Stärke als Emanzen finden können. Die gesellschaftliche bzw. männliche Karnevalisierung der Frau, d.h. das Spielen mit ihrem Körper und ihrem Bild sowie die Identifizierung mit ihren Kleidern und ihrem Aussehen, bezeichnen die weibliche Welt als "ein Schattenreich, ein unendliches Noch-Nicht und bald darauf ein Nicht-Mehr.“

Premiere: Fr, 30. Juni 2017

Fr, 30. Juni20:00 Uhr Erwachsene
, Schauspiel

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Ort

Theater der Keller
Kleingedankstr. 6
50677 Köln
Details

Besetzung

Regie, Dramaturgie, Choreografie: Nada Kokotovic
Kostüme: Joanna Rybacka
Fotografie: Susanne Bender
Presse und Öffentlichkeitsarbeit: Iris pinkepank
Es spielen: Natalie Forester, Nedjo Osman
Es tanzen: Bibiana Jimenez, Phuong Tuong

Bilder

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