DRACULA von Bram Stoker

Theater am Sachsenring TAS - Ensemble

DRACULA von Bram Stoker
Inszenierung: Joe Knipp; Produktion: TAS;
Bühnenfassung und Dramaturgie: Dr. Sabine Dissel;
Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen;
mit Felix von Frantzius, Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen, Julian Baboi, Marie Hiller.

Die Köln.Rundschau schreibt:
Theater am Sachsenring setzt auf die Vorstellungskraft von Barbro Schuchardt
117 Jahre hat Bram Stokers „Dracula“ auf dem Buckel. Eigentlich kein Alter für einen Vampir, der sich seine Unsterblichkeit durch frisches Blut sichert. Solches injizierte ihm jetzt Sabine Dissel, die für das Theater am Sachsenringeine bühnenwirksame Neubearbeitung schuf.
Der irische Journalist und Theatermann Bram Stoker (1847-1912) bediente 1897 mit seinem briefroman die Vorliebe seiner Zeitgenossen für romantische Gruselgeschichten. Wober Freud'sche Theorien und die gerade in Mode kommende Hypnose gewiss schon grüßen ließen.
In der nur durch crowdfunding ermöglichten Uraufführung im TaS gibt es keine spitzen Eckzähne, keinen Sarg und keinen Tropfen „Blut“. Die Inszenierung von TaS-Chef Joe Knipp verzichtet auf die handelsüblichen Effekte und spielt virtuos mit der Imagination und tiefenpsychologischer Symbolik seelischer Abgründe. Da geht es um Wahn und Wirklichkeit, Eros und Thanatos, Faust und Mephisto und den Kampf mit den eigenen Dämonen.
Ein paar mobile Rahmen und eine kluge Lichtregie (Bühne Hannelore Honnen) genügen, um die klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, in der sich die vier großartigen Akteure (alle in mehreren Rollen unterwegs) bewegen.
Durch den ständigen Wechsel der Identitäten und Schauplätze entstehen scharf geschnittene, alptraumartige Szenen, die das Lachen gefrieren lassen.
Als Graf Dracula (Felix von Frantzius) von Transsylvanien nach London zieht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Die somnambule Lucy (Signe Zurmühlen, sie alterniert mit Marie Hiller) hat plötzlich zwei punktförmige Male am Hals. Können Ihre Freundin Mina (Jennifer Tilesi Silke) und die Ärzte Hesing (Julian Baboi, grandios auch als Psychatrie-Patient Renfield) und Stewart (ebenfalls von Felix von Frantzius) sie retten? Oder bleibt sie wie Dracula zur Unsterblichkeit verdammt?
Das eindrucksvolle letzte Bild legt nahe, dass es auch heute keine Therapie gibt, um das Böse aus der Welt zu schaffen.
2 ½ h mit Pause

Sa, 20. Mai20:00 Uhr

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Ort

Theater am Sachsenring
Sachsenring 3
50677 Köln
Details

Besetzung

Felix von Frantzius, Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen, Julian Baboi, Marie Hiller.

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