Klassenclown mit 60 oder: Dschihad happens

Bürgerhaus Stollwerck Jockel Tschiersch

Radikalmonolog mit Lesungsanteil

Köln-Premiere
Nach ‚Pubertät mit 50’ kommt Jockel Tschiersch wieder mit einer schön durchgeknallten Story auf die Bühne: Der Weddinger Eistee-Dealer Jogi, der in seinem Shop heimlich an einem Bestseller schreibt, lässt es bei einem grenzwertigen Abi-Treffen in der Provinz noch mal richtig krachen und gibt den Klassenclown, wie vor 40 Jahren.
Sofort wittert der Ex-Klassensprecher und Makler Sepp Lallinger ein Geschäft, nimmt Jogi unter Vertrag und baut ihn gnadenlos via Internet zum Arschloch der Nation auf. Die cholerischen Auftritte des alten Klassenclowns treffen den Mainstream-Geschmack, die Klicks geben den beiden alten Säcken Recht, der Euro-Rubel rollt.
Es geht um allgegenwärtigen Shopping-Wahn, um fehlgeleitete linksrheinische Büblein mit mangelnden Sprengstoff-Kenntnissen, um den deutschen Film mit seinem NS-Bewältigungs-Hintergrund, Fremdbestimmung im Bekanntenkreis, Login-Upgrades bei Elite-Sex-Portalen, Blau-Äugigkeit, Face-Lifting, Eistee und Bluthochdruck, oder kurz gesagt: um den täglichen Irrsinn im Land. Bevor jedoch der Niedergang der Aufklärung droht, versucht der ADAC tapfer, den Trockensumpf der abendländischen Kultur zu retten.

Jockel Tschiersch spielt selbstredend alle Figuren selbst: er erzählt, quasselt, rezitiert, schimpft, säuselt, schmachtet und liest sich quer durch die Welt der Gefühle. Das verspricht verbale Unterhaltung vom Feinsten, als hätte es auf Bühnen nie etwas anderes gegeben als Monologe in die Jahre gekommener Klassenclowns.

Lust am Fabulieren und am diszipliniert zügellosen Bühnenspiel Jockel Tschiersch steht als Kabarettist seit vielen Jahren mit eigenen Solo-Programmen auf der Bühne.
Spätestens der Militärdienst festigte einst im 20jährigen Tschiersch den Entschluss, sein Leben der Satire, dem Kabarett und der Schauspielerei zu widmen. Von der Allgäuer Provinz über München verschlug es ihn Ende der 80er Jahre nach Berlin, wo er seither in regelmäßigen Abständen seine "bitterbösen Einsichten in die Natur des Menschen" (Berliner Zeitung) auf die Bühne und ins Fernsehen bringt. Fernsehzuschauern ist Jockel Tschiersch aus vielen Auftritte in Serien und Spielfilmen bekannt, sein Rollenspektrum umfasst vom Bergbauern über den marokkanischen Taxifahrer bis zum einarmigen schlesischen Wachmann so gut wie alles, was von Männern darstellbar ist. Auch als Autor und Performer seiner eigenen Texte hat sich Tschiersch einen Namen gemacht.

Bücher: „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner, und flog davon“, Roman
sowie „Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe“, Roman, beide Goldmann, München
"Wer nicht vögeln will muss fliegen“ – Roman, Eichborn, Frankfurt
"Gratsch" - Ein Schelmenroman für's Kino im Kopf, Knaur TB

Hörbücher: „Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe“ (Random House Audio);
„Wer nicht vögeln will muss fliegen“ (mit J.T. und Katharina Spiering, hoerbuchedition /words & music;
"Gratsch oder: ich mach euch das Arschloch", www.wortart.de

Auszeichnungen: Salzburger Stier 1986 mit "Tschiersch und (Ottfried) Fischer"
Deutscher Kleinkunstpreis 1987 mit "Tschiersch und (Ottfried) Fischer"

Premiere: Sa, 22. April 2017

Sa, 22. April20:00 Uhr Erwachsene
, Kabarett

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Ort

Bürgerhaus Stollwerck
Dreikönigenstraße 23
50678 Köln
Details

Bilder

Weitere Angaben

Regie: Gabi Rothmüller
Produktion: Nacht & Nebel GmbH, Berlin

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