Der Tod und das Mädchen

Bühne der Kulturen neuesschauspielkoeln

Mit dem Projekt „Der Tod und das Mädchen“ von Ariel Dorfman starten ‘neuesschauspielkoeln‘ und die ‘bühne der Kulturen‘ im Frühjahr 2017 ihre Zusammenarbeit.

Der Tod und das Mädchen von Ariel Dorfman,
ist die Geschichte von Paulina Salas und ihrer unbewältigten Vergangenheit, die sie gern ans Licht bringen möchte. Vor Jahren wurde sie zerbrochen, als sie von Soldaten verschleppt, verhaftet und in der Haft gefoltert und vergewaltigt wurde. Obwohl sie ein normales bürgerliches Leben an der Seite ihres Ehemannes Roberto führt lässt ihr unbewältigtes Trauma ihr keine Ruhe.
Der Konflikt des Stückes entbrennt, als Roberto einen Gast mit nach Hause bringt, in dem sie glaubt, den Arzt zu erkennen, der in der Haft die Folterung überwacht und sie vergewaltigt hat. Obwohl sie ihren Peiniger niemals gesehen hat, weil während der Verhöre ihre Augen verbunden waren, lassen seine Stimme und sein Geruch bei ihr nicht den geringsten Zweifel offen.
Der Wunsch nach Rache für die frühere Erniedrigung wird in ihr so stark, dass sie alle gesellschaftlichen Normen vergisst, ihr Opfer fesselt und eine Gerichtsverhandlung inszeniert. Zum Richter setzt sie ihren Ehemann ein. Dieser versucht sie zu beschwichtigen, sieht sich aber letztlich gezwungen, ihrem Verlangen nach Genugtuung nachzugeben, und dem Gefangenen ein Geständnis abzutrotzen.
Er macht dem Gefangenen deutlich, dass er nur durch Hilfe eines Geständnisses unbeschadet der Situation entrinnen kann und diktiert ihm, was er zu schreiben hat. Ob es sich bei dem freundlichen Besucher tatsächlich um den Folterer von einst handelt, oder ob Paulina ihre unbewältigte Vergangenheit und ihr Verlangen nach Rache auf den nächstbesten Menschen projiziert, bleibt ungeklärt.

Ursprünglich wurde dieses Theaterstück über das Regime des Diktators Pinochet im damaligen Chile geschrieben. Aber das Errichten von Diktaturen ist leider immer noch eine aktuelle Erscheinung des Weltgeschehens. Verschleppung, Vergewaltigung, Folter unvorstellbaren Ausmaßes sind wieder an der Tagesordnung.
Schauprozesse, Verletzung der Menschenrechte und der Menschenwürde, schlimmste Verfolgungen, Unrechtsurteile, Todesstrafen und vieles mehr an perfiden unsäglichen Grauen finden täglich in unzähligen Ländern statt.
Den Opfern, dieser faschistischen Verbrecher und Folterknechte, gelten unsere Aufmerksamkeit und unser Mitgefühl.
Venceremos!

Premiere: Do, 06. April 2017

Fr, 07. April20:00 Uhr Erwachsene
, Schauspiel

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Ort

Bühne der Kulturen
Platenstr. 32
50825 Köln
Details

Besetzung

Regie: Stefan Krause
Besetzung: Katrin Wolter, Richard Hucke, Frank Baumstark

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