Die Möglichkeit einer Insel

Alte Feuerwache A.TONAL.THEATER

„Willkommen im ewigen Leben, meine Freunde."
(Michel Houellebecq, „Die Möglichkeit einer Insel“)
Die Grundlage des Gesamtprojektes und der Stückentwicklung bildet der Roman „Die Möglichkeit einer Insel“ von Michel Houellebecq: Der Mensch ist verschwunden. Und mit ihm der Kult um Sex, Fun und ewige Jugend. Die Menschen sind ausgestorben, weil sie offenbar unfähig wurden, zu lieben. Das heißt, sie reproduzierten sich nicht mehr und nahmen auch angesichts der unerträglich schmerzvollen Erfahrung des Alterns freiwillig Abschied von sich selbst. Der Mensch war für das Glück und dessen Voraussetzung - die bedingungslose Liebe - einfach nicht geschaffen.

Nur der Neo-Mensch überlebt – geklont und unsterblich. Aber: Alle menschlichen Regungen sind ihm zu unergründlichen Geheimnissen geworden. Die Neo-Menschen kommunizieren untereinander ausschließlich per Internet. Persönliche körperliche Kontakte gibt es nicht. Wenn ein Mensch stirbt, wird in „Central City“ aus dem dort zentral gelagerten genetischen Code mittels fortgeschrittener gentechnischer Verfahren eine 18-jährige Kopie des Verstorbenen erzeugt. Die Kopie ersetzt ihren verstorbenen Vorgänger. Das technische Verfahren hingegen, dem Nachfolger auch Erfahrungen und Erinnerungen des ursprünglichen Menschen mitzugeben, funktioniert nur unvollständig.

Unbefriedigt vom eintönigen ewigen Leben und angeregt durch den Austausch mit Marie23 macht sich Daniel24 auf die Suche nach seinem „Prototypen“: Daniel24 ist ein Neo-Mensch der vierundzwanzigsten Generation, der auf seinen genetischen Prototyp Daniel1 und dessen Lebensbericht zurückblickt.
Der Bericht aus der Zeit seines Prototypen ermöglicht es Daniel24, später Daniel 25, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Zeiten seiner - die 2000 Jahre in der Zukunft liegt - und unserer, sich selbst zerstörenden Gegenwartsgesellschaft, zu begreifen. Für diese war vor allem „der moralische Schmerz des Alterns" unerträglich geworden. Daniel25 erfährt von der „Möglichkeit einer Insel“. Für den Neo-Menschen ist unklar, ob die Insel wirklich existiert, aber hier sollen Menschen anders leben. Er entschließt sich, aus seinem ewigen aber eintönigen Leben auszubrechen und dafür die Sterblichkeit in Kauf zu nehmen. Nach langer Reise erreicht er schließlich das „unendliche“ Meer...

Michel Houellebecqs Roman „DIE MÖGLICHKEIT EINER INSEL" entwirft eine radikale Zukunftsvision: Drastisch konfrontiert er Menschheitsentwürfe und provoziert intelligent Gedankenspiele über eine neue Gesellschaftsform - jenseits von altem Menschsein und Neo-Menschsein.

Mit einem gemischten Ensemble aus 4 professionellen Schauspielern des Kölner A.TONAL.THEATER und 10 „Experten des Alters" (55 – 80 Jahre), untersuchen wir eine der zentralen Fragen, vielleicht das zentrale Dilemma unserer Zeit: Den Zwiespalt zwischen „wir überwinden unsere biologische Begrenztheit, die schmerzhaften Folgen unseres Alterungsprozesses und eine, auf selbstzerstörerischen Prinzipien gründende Gesellschaft“ und gewinnen dafür eine neue Entwicklungsstufe in der Menschheitsgeschichte, eine neue menschliche Spezies, die via Gentechnik der Vergänglichkeit enthoben ist. Für jeden von uns bleibt die Frage: Sind wir vor diesem Hintergrund dazu bereit, zentrale Aspekte von gedachter Humanität und tief empfundener Menschlichkeit aufzugeben?

DIE MÖGLICHKEIT EINER INSEL ist eine Produktion von A.TONAL.THEATER in Kooperation mit dem Theater an der Ruhr (Mülheim a.d.R.), der VolXbühne (Mülheim a.d.R.), Freihandelszone - Ensemblenetzwerk Köln und der Alten Feuerwache Köln. Die Produktion wird sowohl in der Alten Feuerwache Köln und im Theater an der Ruhr (Mülheim an der Ruhr) sowie auf weiteren landesweiten und nationalen Gastspielen aufgeführt. Förderer sind das Kulturamt Köln, das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Bildung, Kultur und Sport des Landes NRW, die Rheinenergiestiftung Kultur sowie das Theater an der Ruhr.

Karten: 0221 – 985 45 30 oder post@atonaltheater.de
Eintritt: 16,- / 10,- Euro

Premiere: Do, 09. Februar 2017

Sa, 11. Februar20:00 Uhr Erwachsene
, Schauspiel

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Ort

Alte Feuerwache
Melchiorstraße 3
50670 Köln

Stab

Regie/Textfassung: Jörg Fürst; Musik/Video: Valerij Lisac; Bühne: Jana Denhoven; Kostüme/Zeichnungen: Heinke Stork, Monika Odenthal; Lichtdesign: Kern Holz, Dirk Lohmann; Maske: N.N.; Internetvideokanal/Blog: Valerij Lisac, Organisation: Renate Grimaldi; Technik: Dirk Lohmann, Thomas Mörl, Dietrich Schucklies; Layoutdesign: molter&sator; Souffleuse: Ursula Roth; Fotografie: Meyer Originals; Fahrdienst: Joachim Gleue

Besetzung

Schauspieler: Alexe Limbach, Mona Mucke, Philipp Sebastian, Valentin Stroh; Sänger: Thomas Bremser; „Experten des Alters“: Angela Pott, Gertrud Page, Kerstin Rüdiger, Petra Braun, Renate Grimaldi, Sigrid Schott, Andreas Beutner, Frank Witzel, Josef Dransfeld

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